Das letzte Jahrzehnt der DDR in Loitz
„Das letzte Jahrzehnt der DDR in Loitz“ wird hier in Fotografien von Zeitzeugen lebendig. Die Sammlung zeigt den Alltag, besondere Momente und das Leben vor der Wende. Wir würden uns über weitere Fotos, Geschichten und persönliche Beiträge aus dieser Zeit sehr freuen.
Legende zur Galerie
Nr.1 Peenebrücke: Seit dem Mittelalter überquerte hier eine Brücke die Peene. Seit 1887 ist es eine Drehbrücke.
Nr. 3 Blick von der Ecke Heilgeiststraße (Alte Apotheke) in die noch in geschlossener Straßenfront der Penestraße in Richtung Brücke.
Nr. 4 An dieser Stelle ist heute ein Parkplatz. Das Haus mit dem breiten Eingangstor war zeitweise die Gaststätte „Zur Sonne“ Dieses Haus sowie das rechte Nebenhaus wurde nach 1990 abgerissen. Eine ursprünglich vorgesehene Neubebauung konnte nicht realisiert werden.
Nr.5 Die heutige Arztpraxis wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Bürogebäude des Loitzer landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsvereins an der Stelle eines kleineren Hauses errichtet. Nach 1945 war hier die Bauernbank. Nach 1990 war das Gebäude leer und stark verfallen, bevor es hauptsächlich in Eigenleistung der heutigen Eigentümer gerettet und zur jetzigen Form ausgebaut wurde.
Nr.6 Die kleinen Häuser standen ursprünglich außerhalb der Stadtmauer, vor dem Peenetor. Das große Gebäude war schon im17.Jahrhundert ein Kaufmannshof. Er gehörte über lang Zeit der Rustower Familie von Baerenfels. In der Mitte des 19.Jahrhunderts erhielt das Haus wohl seie heutige Form.
Nr. 8 Blick in die Peenestraße. Auf der rechten Seite war ursprünglich ein Rossschlächter. Gegenüber befand sich eine Lebensmittelverkaufsstelle. In einer Darstellung aus dem späten 18. Jahrhundert war an dieser Stelle ein öffentlicher Brunnen.
Nr.9 Ein Blick auf das nordöstliche Peeneufer. Im Hintergrund sieht man den Hafen an der Bundeswasserstraße und den Bahnhof. Als das Foto entstand, wurde der Hafen noch für den Warenumschlag genutzt.
Nr. 12 Der Blick vom Kirchturm zeigt hauptsächlich den östlichen Teil der Langen Straße. Deutlich ist die noch geschlossene Bebauung zu erkennen. Ebenso kommt die soziale Gliederung der Bürger zum Ausdruck. Neben großen Häusern sieht man auch bescheidenere Gebäude. Verschwunden ist der Fachwerkspeicher in der Breiten Straße. Im Hintergrund sieht man den Hafen an der Peene mit dem großen Silo.
Nr.13 Ende des 18.Jahrhunderts kaufte der offenbar wohlhabende Stadtsekretär zwei Grundstücke in der Langen Straße und erbautet dieses Haus. Ursprünglich vermutlich nicht als Gaststätte. Anfang des 19. Jahrhunderts erscheint es dann als Gaststätte. Zunächst noch ohne den großen Saal. Einer der Besitzer hieß Brunner und gab dem Haus über viele Jahre den Namen. Als am Ende des 19.Jahrhunderts der große, heute noch bestehende Saal angebaut wurde entwickelte sich das Haus zum Treffpunkt des wohlhabenden Loitzer Bürgertums. In der Zeit der DDR war hier das Mädcheninternat der Oberschule untergebracht. Nach der Wiedervereinigung erbte Peter Tucholski das Haus von seinem Vater.
Nr.15 Auch dieses Haus ist heute ersatzlos abgerissen worden. Aus dem großen Tor könnte an auf einen Ackerbürger schießen.
Nr.16 Dieses Haus gehört über viele Jahre Brauern und Bierverlegern. Es wurde nach 1990 von privaten Investoren in der ursprünglichen Form aufwändig restauriert worden.
Nr. 17 Im Volksmund heißt diese Straße „Frohnergasse“ obwohl sie offiziell ein Teil der Langen Straße ist. Ihren Namen hat sie vom „Frohner“, dem Scharfrichter der am Ende der Gasse wohnte. Als das Töten von Menschen in Loitz nicht mehr üblich war, hatte der Frohner verendete Haustiere zu „entsorgen“ (Abdecker)
Nr.20 Das Ende der Langen Straße beim Steintor war mit einer kleinteiligen Bebauung versehen. Sie wurde später durch großes Bürogebäude ersetzt.
Nr. 21 Es wäre möglich, dass das das Haus des Torschreibers war. Später rutschte eine Seite des Hauses in den Ibitzbach. Das Haus wurde abgebrochen.
Nr.22 Der „Veteranentreff“ der „Volkssolidarität“ war vorher die Gaststätte „Zur Krone“ In der ersten Etage war ein relativ großer Saal.
Nr. 24 Das evangelische Pfarramt in seinem Zustand vom Ende des 18. Jahrhundert.
Nr. 26 Die noch geschlossene Bebauung der Marktstraße neben dem Pfarrhaus. An einem der Häuser (in der Mitte) ist noch die Befestigung für die elektrische Stromleitung zu erkennen, sie durchzog offen die Stadt.
Nr. 27 Diese kleinen Häuser standen nach 1990 leer und wurden später abgetragen. Heute befindet sich hier ein Parkplatz.
Nr.29 Die drei Gebäude, die unter der Nummer 219 zusammengefasst werden, sind im Rahmen der Städtebausanierung restauriert worden.
Nr. 30 An dieser Stelle treffen die Breite Straße und die Peenestraße zusammen. Ursprünglich war es der Platz am Greifswalder Tor. Es stand am Anfang der Greifswalder Straße. Vor dem Haus Nr.16 konnten die Archäologen einen mittelalterlichen Bohlenweg freilegen. Das Straßenniveau war zu dieser Zeit ca. zwei Meter tiefer.
Nr.32 Der noch unbebaute Platz vor der ehemaligen Post. Der Platz war zugleich zentraler Busbahnhof.
Nr. 33 Die westliche Seite der Breiten Straße. Vor dem ersten Geschäft auf der linken Seite fanden die Archäologen einen Brunnen der etwa die Hälfte des Bürgersteiges einnahm.
Nr.35 Vor dem Bau des Gebäudes und des Funkmastes der Telecom war hier diese Stadtansicht von der Kampstraße aus möglich. Die Königswiese, sie bildete noch im Mittelalter zusammen mit dem Kälberteich (Seniorenresidenz) ein geschlossenes stehendes Gewässer, hat ihren Namen vom Schützenverein bekommen. Der jeweilige Schützenkönig durfte sie ein Jahr lang kostenlos nutzen.
Nr.36 Hier ist die noch geschossene teilweise aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts stammende Bebauung zu sehen. Beim Abriss der Häuser war z.B. bei der ehemaligen Fleischerei am Fachwerk deutlich die schrittweise Erweiterung bis ins 20. Jahrhundert erkennbar. Die geschlossene Bebauung wird jetzt wieder hergestellt.
Nr.37 Das Eckhaus zur Heilgeiststraße war, über viele Jahre ein Kaufmannshaus. Es ist an dem gewölbten Keller und an der Hofbebauung zu erkennen. Im Rahmen der Neugestaltung ist es zunächst nicht zur Bebauung vorgesehen
Nr. 38 Über die Jahre waren hier unterschiedliche Verkaufseinrichtungen untergebracht.
Nr. 40 Das ehemalige Direktorenhaus der Glashütte hatte nach deren Schließung zahlreiche unterschiedliche Funktionen, u.a. Altersheim.
Nr.41 In diesem Haus war das Internat für Jungen untergebracht.
Nr. 43 Glashüttenhäuser von der Straßenseite aus gesehen.
Nr.45 Im Gebäude II wurde ein Luftschutzraum eingebaut. Auf dem Schulhof war ein Luftfilter und ein Notausstieg.
Nr.46 Die Turnhalle der „Weinert Oberschule“ wurde 1979 errichtet. Von 1974 bis zur Fertigstellung der Sporthalle wurden die Schüler zum Sportunterricht mit Bussen zur Diesterwegschule gefahren.
Nr.48 Reste der Walkmühle neben dem heutigen Gewerbegebiet.
Nr.49 Das Dübelwerk aus Berlin hatte 1925 seine Produktionsstätte von Breslau (Wroclaw) nach Loitz verlagert. Das stellte sich als konfliktträchtig heraus, weil die Stadt die vereinbarten Bedingungen nicht vollständig einhalten konnte. 1945 wurden die Maschinen von der sowjetischen Armee ausgebaut und die Reste von den Loitzer Bürgern geplündert. Später wurde das Werk wieder in Betrieb genommen. Die Schichtlagenholzproduktion wird bis heute genutzt.
Nr.50 Der Schützenplatz diente den Kindern als Bolzplatz und wurde ab und zu für verschiedene Volksbelustigungen genutzt. Im Hintergrund sind die Plattenbauten am Kiewitt zu sehen, die 1981 fertiggestellt wurden.
Nr.53 Die Gaststätte „Elysium“ fand 1876 in einer Demminer Zeitung eine frühe Erwähnung. Nach und nach wurde das „Elysium“ ständig erweitert. Auch um einen Kinosaal.
Nr. 55 Die Stärkefabrik hat eine wechselvolle Geschichte voller wirtschaftlicher Höhen und Tiefen. Ursprünglich war auf diesem Gelände ein herzoglicher Landwirtschaftsbetrieb (Bauhof). Den kaufte die Stadt 1830. Schließlich begann 1888 die Produktion einer Kartoffelstärkefabrik. Diese hatte eine wechselvolle wirtschaftliche Entwicklung. Nach 1990 kaufte eine Firma im Emsland den Betrieb auf und schloss ihn 1999.
Nr. 57 Im Jahr 1802 schloss die Bürgerschaft, die Schützenkompanie und der Schuhmachermeister Kültz einen Vertrag zum Bau eines Schützenhauses ab. Daraus entwickelte sich das heute noch stehende Gebäude. Es wurde zum Ort großer Veranstaltungen. Eine neue Verwendung hat sich bis jetzt nicht finden lassen.
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